Mehr Bilder!
BMWs sparsamste Variante des "SAV" (= "Sport Activity Vehicle")
X3 als mittlerweile 77. Fahrzeug in unserem temporären
Testfuhrpark - für uns eine Gelegenheit, einen Allradler
einmal unter völlig anderen Gesichtspunkten zu testen: Nicht
die On- und Offroadfähigkeiten standen diesmal im Vordergrund,
sondern die Beantwortung der Frage, ob die Herstellerangaben
hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches ihrer Fahrzeuge
einigermaßen realistisch und in der Praxis nachvollziehbar sind.
BMW bezeichnet den X3 xDrive18d als das "verbrauchsgünstigste SUVs seines Segment":
Der 2 Liter große Vierzylinder-Motor in diesem Modell begnügt
sich laut Angaben der Bayern mit 6,2 Litern Diesel, was
CO2-Emissionen im Ausmaß von nur 165 Gramm pro Kilometer
entspricht. Ein mehr als beachtlicher Wert für ein Fahrzeug mit
einem Leergewicht von 1.815 Kilogramm.
Wie haben wir versucht, diese Werte nachzuvollziehen? Wir haben
kurzfristig den "gelaendewagen.at-Drittelmix" ins Leben
gerufen. Sprich, nach gutem, altem Vorbild den X3 zu
je einem Drittel in der Stadt, auf der Landstraße und auf der
Autobahn bewegt. Insgesamt 100 Kilometer weit. Ziel war es
dabei, im Verkehr "mitzuschwimmen", also nicht wie bei solchen
Tests manchmal üblich als Verkehrhindernis möglichst Sprit
sparend unterwegs zu sein. Auch einmal zu überholen, wenn
es notwendig ist, auch einmal einen kleinen Zwischensprint
einzulegen. Vor dem Test wurde der Tank bis auf den letzten
Tropfen gefüllt, nach exakt 100 Kilometern erneut.
Um Kritikern zuvorzukommen: Es ist uns durchaus bewusst,
dass dies bei weitem kein zu 100 Prozent seriöser Test ist und
es dabei relativ große Unschärfen geben kann. Wir sind aber
dennoch überzeugt, dem potenziellen Kunden damit eine
halbwegs taugliche Information geben zu können, wie viel ein
Auto in der Praxis tatsächlich braucht.Und - wir waren
überrascht. Eigentlich sogar mehr als das: Fast ein wenig
"euphorisch". Nach exakt 100 Kilometern passten in den Tank
unseres in trendigem Weiß lackierten X3 nämlich nur 6,5 Liter
Diesel. Und das, obwohl die Wiener Mariahilfer Straße und die
berühmt/berüchtigte "Zweierlinie" unserem Nervenkostüm einiges
abverlangt hatte. Und wir auf Landstraße und Autobahn schon 'mal
geschaut hatten, wie's denn so um die Fahrdynamik des
derzeit noch kleinsten BMW-SAVs bestellt ist. 6,5 Liter - da
kann man BMW nur gratulieren.
Stichwort Fahrdynamik: Auch hier kann der X3-Benjamin durchaus
überzeugen. 143 PS bzw. 350 Newtonmeter sind durchaus
überzeugende Zutaten, um aus dem Auto einen der sportlicheren
Vertreter seines Segments zu machen. In puncto Beschleunigung,
Durchzugsstärke und Topspeed lässt er kaum Wünsche offen,,
selbst das in dieser Klasse fast obligat tiefe Turboloch konnte
BMW überraschend klein halten.
Besonders gut hat uns das Fahrwerk gefallen, dem man
in jeder Situation anmerkt, dass es auch für deutlich stärkere
Antriebe konzipiert ist: Das Topmodell des X3, der "35d" leistet
schließlich 286 PS und stemmt 580 Newtonmeter auf die
Kurbelwelle - da geht doch ganz anders die Post ab.
Im Zusammenwirken mit dem in normalen Fahrsituationen völlig
unmerklich agierenden Allradantrieb bietet der X3 so ein
umfangreiches Sicherheitspolster, wie es kaum ein anderes SUV zu
bieten hat.
BMW hat den X3 nie als Geländefahrzeug konzipiert - und dies
auch nie behauptet. Allrad ist Mittel zum Zweck der
Fahrdynamik und der Sicherheit auf verschiedensten
Untergründen - unter anderem auch auf unbefestigten Straßen.
Ganz kleine Geländeabenteuer sind freilich nicht verboten -
xDrive, die gute Bodenfreiheit von knapp über 20
Zentimetern, die Wattiefe von 50 Zentimetern und der
geniale "Hill Holder" machen's möglich.
Letzterer ist auch im Alltagsbetrieb super: Legt man im Stand
den ersten Gang ein und löst die Bremse, hält die Elektronik den
Wagen 2 Sekunden lang "fest" - Zeit genug, um sanft einkuppeln
und ohne Zurückzurollen am Berg anfahren zu können.
Über den Innenraum gibt es kam Klagen: Saubere
Verarbeitung und hohe Materialqualität sind bei BMW ohnehin
Standard, die Sitze sind sportlich orientiert, bieten guten
Seitenhalt und speziell mit der verlängerbaren Sitzfläche auch
exzellenten Komfort. Ob die Farbwahl Schwarz/Rot bei den Bezügen
viele Kunden ansprechen wird, sei dahin gestellt. Nicht ganz
glücklich waren wir auch mit den Armaturen des Basis-X3, dessen
LC-Displays mit ihren Punkterlrastern ein wenig
90er-Jahre-Charme versprühen.
Doch: Lenkung, die 6-Gang-Schaltung, das
Platzangebot und die Ergonomie können ernsthaft
gefallen und heben den X3 weit über den SUV-Durchschnitt - auch
als Basismodell mit dem mehr als empfehlenswerten "Sparmotor".
Mit einem Basispreis von 34.450 Euro ist der X3 auch
preislich recht attraktiv und mit seiner gar nicht schlechten
Basisausstattung auch hier in Schlagdistanz zum Mitbewerb.
Mehr Bilder!
|