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Selbstzünder: Mazda CX-7 Diesel im Test
Wenn dem Mazda CX-7 bislang etwas für den ganz großen Durchbruch gefehlt hat, dann war es der Dieselmotor. Nun - das ist Vergangenheit ...

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17.11.2009

Anfang 2008 haben wir den Mazda CX-7 erstmals getestet ( Nachlese): "Lebe lieber ungewöhnlich" titelten wir unseren Fahrbericht - und meinten damit die  völlig neuen, ziemlich unkonventionellen, aber auch äußerst gelungenen Proportionen des "Sexy Utility Vehicles". Ungewöhnlich war auch, dass Mazda den CX-7 nur mit einem mächtigen, 2,3 Liter großen Turbobenziner anbieten konnte. Diesel gab es keinen - sehr schmerzlich für alle Verkaufsberater im selbstzünderaffinen Europa.   

Mazda CX-7 Diesel

Mazda hat diesen Mangel erkannt - und auf der diesjährigen Frankfurt Motorshow im September die Dieselvariante des Autos präsentiert.

Und es wäre nicht Mazda, hätte man damit nicht gleich eine Fülle an technischen Innovationen in das neue Aggregat verpackt: So werden die Abgase des bulligen, schon aus dem Mazda 6 bekannten Dieselmotors mit 2,2 Litern Hubraum, 173 PS und 400 Newtonmetern Drehmoment mittels "selektiver katalytischer Reduktion" ("SCR") gereinigt. Dazu wird die  Harnstofflösung "AdBlue" in den Abgasstrom gespritzt - durch die chemische Reaktion der Harnstofflösung mit dem Abgas werden rund 40 Prozent der Stickoxidemissionen in harmlosen Stickstoff umgewandelt.

Mazda CX-7 Diesel

Das Euro-5-Aggregat präsentiert sich in der Praxis als äußerst agiles Triebwerk, das mit dem 1.875 Kilo (Trockengewicht) schweren Wagen keinerlei Probleme hat. Die 6-Gang-Handschaltung kann mit dem hoch auf dem Mitteltunnel thronenden, kurzen Schalthebel präzise zum Gangwechsel animiert werden. Die einzelnen Gänge sind dabei überraschend lang ausgelegt - das ermöglicht einerseits schaltfaules Fahren bei mittleren Geschwindigkeiten, verhindert aber z.B. eine Fahrt mit 80 km/h und eingelegtem höchstem (=6.) Gang durch chronische Untertourigkeit. Eine ungewöhnliche Problemstellung, die ein kurzer Nachdenkprozess des Fahrers aber nachhaltig lösen kann - ein Gang niedriger als gewohnt - und schon klappt's auch mit dem Mazda.

Mazda CX-7 Diesel

Sonst dürfen wir der Motor-/Getriebekombi nur Höchstnoten geben. Moderne, saubere  Dieselkultur trifft beim Getriebe auf State-of-the-Art Maschinenbaukunst.

Sonst haben wir uns bei unserem Test darauf konzentriert, was sich seit unserem ersten Test Anfang 2008 so geändert hat: Im Innenraum ist uns zuerst das Lenkrad aufgefallen, der etwas plump wirkende, kreisrunde Pralltopf ist einem elegant geschwungenen Dreizack gewichen.

Mazda CX-7 Diesel

Und das Ausstattungspaket "Revolution Top" hat uns eine Fülle an Luxusfeatures beschert: Was sich für den Konsumenten mit reschen 7.500 Euro aufs Konto schlägt - und das sind immerhin 22% vom Gesamtkaufpreis eines CX-7 (der Basispreis für den CD173 Emotion liegt bei 34.290 Euro) - erfreute uns in der Praxis mit einem wunderbaren elektrischen Schiebedach, einem Spurwechselassistenten, hübschen 19-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfern, einer Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, einem "schlüssellosen Zugangssystem", einem gewaltigen BOSE-Soundsystem und getönten Scheiben. Dazu einem Navigationssystem und einem Lichtsensor mit automatischem Lichtsystem.

Mazda CX-7 Diesel

Die letzten beiden Features konnten uns in der Praxis nur bedingt überzeugen: Der 4-Zoll-Bildschirm des Navigationssystems ist durch das flache, weit nach vorne greifende Armaturenbrett zu weit vom Auge des Fahrers entfernt und nur schwer ablesbar. Dazu kann es nur mittels Tasten am Lenkrad bedient werden - ein navikundiger Beifahrer kann so nicht helfend einschreiten, wenn 'mal akut der richtige Weg gesucht wird.

Und das automatische Lichtsystem sorgt für so manche Überraschung: dass es nämlich bereits unter Autobahnbrücken in den "Nachtmodus" wechselt - sprich das Abblendlicht einschaltet und die Beleuchtung der Instrumententafel dimmt. Das für nur ein paar Zehntelsekunden - bis man eben unter der Brücke durch ist. 

Mazda CX-7 Diesel

Was ist uns sonst am Mazda CX-7 aufgefallen? Dass trotz aller Luxusanmutung der Kofferraum mit praktischem, rutschfestem und leicht zu reinigendem Gummi (?) ausgelegt ist. Dass die Lederausstattung des Revolution-Modells nach wie vor als "top" zu bezeichnen ist. Dass an kalten Novembertagen die Sitzheizung für die vorderen Sitze höchst willkommen ist.

Mazda CX-7 Diesel

Weiters: Dass die Lenkung so direkt wie bei einem Sportwagen ist. Dass die opulente Front die Benutzung von Schrägparkplätzen nicht gerade einfach macht. Dass das Design sowohl der Front als auch des Hecks nach wie vor höchst innovativ, ja fast einzigartig ist.

Dass man den leistungshungrigen Dieselmotor gern mal in Kombination mit einer Automatik sehen würde.

Und dass der Mazda CX-7 weiter zu den ungewöhnlichsten - und das ist als Kompliment zu werten - Fahrzeugen seiner (SUV-) Klasse zählt. Aber das haben wir Ihnen ja schon 2008 erzählt.

gelaendewagen.at Test Nr. 82
Fotos: gelaendewagen.at

 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at