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Nein, wir stellen Ihnen mit diesem Test keine Neuauflage des
Suzuki-Allradlers vor, auch sein letztes Facelift liegt schon
etwas länger - etwa 11 Monate - zurück. Wir haben die
Gelegenheit zu einem Test dennoch genutzt - weil ein Testbericht
über ein Fahrzeug wie den Grand Vitara bei uns einfach nicht
fehlen darf.
Schließlich ist Suzukis größter Allradler einer der letzten
Vertreter der echten Geländegänger, findet sich in der aktuellen
Ausgabe aber auch auf befestigten Straßen erstaunlich gut
zurecht. Dass alles zu einem Preis, zu dem man heute nur noch
SUVs der Kompaktklasse angeboten bekommt, die in fast allen
Disziplinen deutlich weniger zu bieten haben."Echter
Geländegänger?", fragen Sie sich, angesichts der doch etwas
weichen Formgebung der Karosserie? Ja, dürfen wir Ihnen
antworten - lassen Sie sich vom treuherzigen Blick und den
sanften Rundungen an Dachlinie und Kotflügeln nicht täuschen.
Denn unter dem Blechkleid verbirgt sich echte , solide
Geländewagentechnik.
So sollte der der Begriff "SUV" - "Sports Utility Vehicle"
von mehr Autoherstellern interpretiert werden - wir erinnern:
"Utility" steht für "Nutzen", für "Nützlichkeit". Für all die
Eigenschaften also, die ein SUV von einem PKW unterscheiden
(sollen). Die sich bei den meisten selbst ernannten Vertretern
der Gattung auf die Verfügbarkeit einer elektronisch
gesteuerten Allradantriebs und einer geringfügig höheren
Sitzposition beschränkt.
Ganz anders der Grand Vitara: Hier sitzt die Karosserie
noch auf einem soliden Leiterrahmen, der für die im
Gelände notwendige Robustheit sorgt. Auch im Suzuki sorgt ein
permanenter Allradantrieb für den Vortrieb, allerdings kann
bei ihm das Mitteldifferenzial händisch gesperrt werden
(was für eine gleichmäßige Kraftverteilung zwischen Vorder- und
Hinterachse sorgt). Und: Mit dem selben Drehknopf an der
Mittelkonsole kann auch die Getriebeuntersetzung
aktiviert werden, die einen Wagen erst wirklich zum Geländewagen
macht.
Fast im Stile der großen Offroad-Protagonisten sorgen
Schraubenfedern auch für eine Achsverschränkung, von der die
Konstrukteure "moderner" SUVs nur träumen können.
Aber das wirklich Schöne am Grand Vitara ist: Wie kaum ein
anderer Geländewagenbauer hat es Suzuki verstanden, dem Wagen
auch mehr als manierliche Straßeneigenschaften
einzuhauchen:
Genannte Schraubenfedern überraschen onroad mit
geländewagenuntypischem Komfort bei gleichzeitig sauberer
Straffheit. Dazu ist die Lenkung exzellent - direkt und
präzise setzt sie die Anweisungen des Lenkraddrehers in
Richtungsänderungen um.
Dazu bietet Suzuki - wie im Fall unseres Testwagens - einen
kleinen, aber feinen Dieselmotor an, der aus seinen 1,9
Litern Hubraum 129 PS schöpft. Aus dem Stand ermöglicht er dank
seiner 300 Newtonmeter fast sportliche Antritte. Autobahnfahrten
gestalten sich ebenfalls recht angenehm, bei
Tachogeschwindigkeit 130 (GPS-gemessenes Realtempo 122 km/h)
werkt das Aggregat mit rund 3.200 Umdrehungen in der Minute noch
recht leise und unauffällig. Über diesem Tempo wird es ein bisschen
zäh, das Leergewicht jenseits der 1.600 Kilogramm sowie der wohl
nicht optimale cw-Wert fordern hier Tribut.
Thema Verbrauch: Hier konnte uns der Grand Vitara nicht
restlos überzeugen. Während der EU-Verbrauch mit 7,0
Litern angegeben wird, haben wir in der Praxis rund 9
Liter auf der Autobahn, sogar rund 10 in der Stadt
verbraucht. Einzig auf Landstraßen sind wir der Herstellerangabe
nahe gekommen.
Der Diesel ist mit einem unauffälligen (also guten)
5-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt, eine Automatik ist nur für
die Benzinmodelle lieferbar.
Der Innenraum gefällt mit seiner Solidität und
der exzellenten Ergonomie, für die die besonders großen
Drehknöpfe und Schalter sorgen - fast ein wenig verspielt wirken
die überdimensionalen Armaturen. Der zentrale Tacho wird von
zwei 270-gradigen Rundinstrumenten für Drehzahlmesser und
Betriebsinformationen eingerahmt - alle Anzeigen sind gut
beleuchtet und leicht ablesbar.
Sitzkomfort und Platzangebot sind in beiden Reihen gut,
auch vernünftigen Seitenhalt gibt's serienmäßig. Das
Kofferraumvolumen ist bei aufgestellten hinteren Sitzen mit
398 Litern schon recht passabel, insgesamt beträgt es bis zu
1.386 Liter.
Hervorzuheben ist das Sicherheitsangebot des Suzuki
Grand Vitara: ABS mit EBD, ein ESP und auch
die Traktionskontrolle TCS sind ebenso serienmäßig wie Fahrer- und
Beifahrerairbag sowie Kopf- und Seitenbags in beiden Sitzreihen.
Mit dem "special" sind wir das Basismodell gefahren,
das sich diese Bezeichnung mit einer sehr guten Basisausstattung
(Details siehe Infobox rechts) eigentlich gar nicht
verdient. Das zu einem überzeugenden Preis von gerade einmal
28.590 Euro. "deluxe" und "executive" bieten noch diverse
Schmankerl zusätzlich, bleiben aber ebenfalls auf einem sehr
niedrigen Preisniveau: Höchstens 32.790 muss man für den
topausgestatteten Grand Vitara Diesel auf den Tisch legen.
Mit dem Grand Vitara bietet Suzuki ein Fahrzeug an, das
kaum Schwächen hat - im Gegenteil: Als echter
Alleskönner bei hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis
glänzt.
So stellen wir uns "SUVs" vor ...
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