home news modellvorstellungen tests concepts specials zubehoer history community marktplatz
Ausverkauf
General Motors trennt sich von Traditionsmarken
Opel geht an Magna und die russische Sberbank, Saab an den schwedischen Hersteller-Zwerg Koenigsegg, der Hummer könnte bald chinesisch sein ...

home news 

18.06.2009

Opel, Saab, Hummer - alles Marken, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten scheinbar untrennbar mit General Motors zu einer Einheit verschmolzen waren. Im Zuge des Insolvenzverfahrens und der damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen werden sie jetzt aber verkauft.

Hummer: Bald unter chinesischer Flagge?

Opel wird wohl an ein Bieterkonsortium gehen, das unter anderem aus Magna und der russischen Sberbank besteht. Magnas Anteil soll rund 20 Prozent betragen, jener des Bankunternehmens 35 Prozent. Opel könnte damit in ein Firmenkonglomerat aufgehen, zu dem auch der Hersteller GAZ gehört - gemeinsam sollen in Russland Fahrzeuge gebaut werden. Auch über eine Fusion mit Avtogaz/Lada wird bereits laut gedacht. Bei der Übernahme sollen die deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach erhalten bleiben, dennoch wird es einen kräftigen Personalabbau geben. Man spricht von europaweit 11.000 Arbeitsplätzen, die gestrichen werden sollen - 2.600 davon in Deutschland.

Verkehrte, fast groteske Welt hingegen beim Saab-Verkauf: Das Traditionsunternehmen wird an den ebenfalls aus Schweden stammenden Hersteller-Zwerg Koenigsegg verkauft, eine Verkaufssumme wurde nicht genannt. Koenigsegg hat im vergangenen Jahr mit gerade einmal 45 Mitarbeitern 18(!) Fahrzeuge in Einzelfertigung auf den Markt gebracht - zum Vergleich: Bei Saab sind 3.400 Menschen beschäftigt. In Schweden ist inzwischen das Insovenzverfahren genehmigt worden, das es Saab erlaubt, 75 Prozent des Schuldenberges von 920 Millionen Euro abzuschreiben.

Auch ein ganz spezielles Kapitel in der Automobilgeschichte könnte der Verkauf von Hummer werden: Der "Humvee", einst eines der Aushängeschild amerikanischer Automobilbautradition und Symbol für das US-Selbstbewusstsein, soll nach China verkauft werden. Erst seit 1999 beim General Motors Konzern, soll Hummer nun in den Besitz der "Tengzhong Schwerindustrie GmbH" übergehen, Anfang Juni wurde eine dementsprechende Vereinbarung erreicht.

Fixiert scheint der Deal aber dennoch noch lange nicht zu sein: Das chinesische Handelsministerium sei bislang noch nicht in Kenntnis gesetzt worden, teilte der dortige Pressesprecher mit. Und empfiehlt Tengzhong via Homepage gleich auch, zuerst "die international gültigen Prinzipien sowie die Entwicklungssituation der verschiedenen Branchen kennenzulernen". Darauf aufbauend sollten dann erst Entscheidungen für mögliche Investitionen getroffen werden. Gelebte Marktwirtschaft 'a la China also ...

Foto: General Motors



 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at