Allrad-Specials

VWs Allradsystem 4MOTION

So funktioniert es...

VWs permanenter Allradantrieb kommt in den Baureihen Golf, Sharan, Multivan, Phaeton, Touareg, Amarok und Passat zum Einsatz. In letzterem findet sich die neueste Generation von 4MOTION ...
21.02.2006
Die Erfolgsgeschichte von allradgetriebenen Volkswagen dokumentiert sich beim Passat wohl am besten: Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es ihn mit Allradantrieb; der erste, der Passat Variant GT syncro, debütierte bereits 1984. Bis heute entschieden sich weltweit mehr als 256.000 Passat-Fahrer für eine allradgetriebene Version. In den letzten zwei Jahrzehnten etablierte sich der Volkswagen Allradantrieb dabei als feste Größe für all jene, die häufig oder auch nur temporär im Gebirge, auf schlechten Pisten oder mit großen Anhängelasten unterwegs sind.

VW 4motion Allradantrieb

4MOTION-System der neuesten Generation
Erstmals kommt im Passat ein 4MOTION-Antrieb mit Haldex-Kupplung zum Einsatz; die direkt an der Hinterachse integrierte Kupplung baut sehr kompakt. Das System arbeitet schnell, feinfühlig und leise. Grundsätzlich ist Allrad-Technik natürlich besonders bei Nässe, Eis und Schnee von Vorteil. Doch auch auf trockener Fahrbahn verbessert 4MOTION die Seitenführungskräfte und damit die aktive Sicherheit. Hintergrund: Die Kraftübertragung kann via 4MOTION elektronisch gesteuert bestmöglich auf alle vier Räder variabel verteilt und damit der Fahrbahn respektive den Gripverhältnissen angepasst werden.

Deutliche Vorteile zeigt der Allradantrieb auch im Gespannbetrieb. Der Passat 3.2 V6 FSI 4MOTION darf zum Beispiel bis zwölf Prozent Steigung beachtliche 2.200 Kilogramm Anhängelast ziehen. Die zulässige Achslast beträgt hinten 1.220 Kilogramm (Variant) bzw. 1.140 kg (Limousine).

4MOTION im Detail
Das technisch zentrale 4MOTION-Element ist eine nass (im Ölbad) laufende Lamellenkupplung der neuesten Generation. Sie trägt die Bezeichnung Haldex-Kupplung, da sie zusammen mit dem langjährigen Systempartner Haldex in Schweden entwickelt wurde. Die Haldex-Kupplung bietet den entscheidenden Vorteil, dass sie elektronisch gesteuert werden kann. Somit harmoniert sie ideal mit dem Antiblockiersystem (ABS), der Antriebsschlupfregelung (ASR), der elektronischen Differenzialsperre (EDS) und dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP).

VW 4motion Allradantrieb

Sobald Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse auftreten, werden zwei kupplungsinterne Ringkolbenpumpen aktiviert, die in der Lamellenkupplung Druck aufbauen und so beide Achsen miteinander „koppeln“. Sie werden nur dann wirksam, wenn Ein- und Ausgangswelle der Kupplung nicht mit gleicher Drehzahl laufen. Denn nur dann ist eine Drehmomentaufteilung erforderlich.

Zu mindestens zehn Prozent ist die Hinterachse immer dabei: Mit der Höhe des ausgeübten Drucks auf die Kupplungslamellen lässt sich das übertragbare Drehmoment variieren und damit der Kraftfluss zwischen Vorder- und Hinterrädern steuern. Die Kupplung regelt das Moment zwischen Vorder- und Hinterachse stufenlos. Im Extremfall können bis zu 100 Prozent der Antriebskraft zur Hinterachse übertragen werden. Im Normalfall, also bei Geradausfahrt ohne Gripunterschiede an den Rädern und gleichmäßiger Geschwindigkeit, gelangen 90 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse und zehn Prozent an die Hinterachse. Der Antrieb der Haldex-Kupplung erfolgt über die Kardanwelle.

VW 4motion Allradantrieb

Via CAN-Bus wird das elektronische Steuergerät der Kupplung mit allen wesentlichen Antriebs- und Motorinformationen versorgt. Hierzu zählen Signale der Radsensoren, des ABS und ESP sowie Informationen zur Gaspedalstellung und Motordrehzahl. Abhängig davon regelt das 4MOTION-Steuergerät Höhe und Verlauf des hydraulischen Drucks, der auf die Kupplungslamellen ausgeübt wird. „Befehle“ des elektronischen Steuergerätes werden extrem schnell von der Kupplung umgesetzt. Die kompakte Kupplung ist zudem sehr robust ausgelegt; sie kann bis zu 3.200 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse übertragen.

4MOTION-Fahrwerk: Vierlenkerhinterachse mit entkoppeltem Hilfsrahmen als Schnittstelle zum Allradantrieb
Der neue Passat 4MOTION zeigt sowohl im Hinblick auf seine Komfort- als auch Handlingeigenschaften, wie ein modernes Frontantriebs- oder Allradfahrwerk aussehen sollte. Die via Hilfsrahmen akustisch von der Karosserie entkoppelte Vierlenkerhinterachse, die mit Alukomponenten konzipierte McPherson-Vorderachse und die elektromechanische Servolenkung garantieren Agilität, Komfort und Sicherheit. Ausstattungsabhängig stehen ein um 15 Millimeter abgesenktes Sportfahrwerk (serienmäßig für Sportline) sowie ein 20 Millimeter höheres Schlechtwegefahrwerk zur Verfügung.

Fotos und Text: GELAENDEWAGEN.AT


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