60 Jahre Toyota Land Cruiser:
Die komplette Modellgeschichte
6. Teil: Land Cruiser 70 (J7), seit 1984 - light und heavy

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17.05.2011

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Der J4 ist in die Jahre gekommen, eine komplette Neuentwicklung ist angesagt. Die unterschiedlichen Kundeninteressen jener Tage bereiten den Ingenieuren Kopfzerbrechen. Die einen wollen ein robustes und kompromissloses Nutzfahrzeug, die anderen einen komfortablen Allradler mit Muskeln.

Toyota Land Cruiser 70 (J7), seit 1984 - light und heavy
Ein "Ligvht Duty", LJ70 aus 1985

Nach dreieinhalbjähriger Entwicklungszeit bringt Toyota 1984 deshalb gleich zwei neue Land Cruiser 70: Den erdigen, blattgefederten „Heavy Duty“ und den „Light Duty“ mit komfortablen Schraubenfedern und reichhaltiger Ausstattung. Der Light Duty hört auf den Namen „Land Cruiser II“ oder „Bundera“, ab 1990 ist er international als „Prado“ unterwegs. Und während der kernige Land Cruiser 70 (Heavy Duty) bis heute gebaut wird, gründet der komfortable Bruder die Erfolgsbasis für seine Nachfolger der 90er, 120er und aktuellen 150er Serie.

Der Land Cruiser 70 erobert in etwa 100 verschiedenen Versionen die Kontinente, allein fünf verschiedene Radstände bilden die Basis für diverse Aufbauten und Ladeflächen.

Toyota Land Cruiser 70, KZJ73
Ein KJ73 aus 1985

1990 ist der erste Fünftürer mit geschlossener Karosserie lieferbar. Bis 2007 bleibt das Design weitgehend unangetastet, dann verliert der Land Cruiser seine freistehenden Kotflügel und erhält Klarglas-Scheinwerfer mit integrierten Blinkern. Als Basis dient weiter ein verschweißter Leiterrahmen, Starrachsen und Blattfedern übernehmen die Radführung. 1999 werden komfortable Schraubenfedern eingeführt. Die Kraft wird über eine Schaltbox mit vier bzw. fünf Gängen und erstmals auch über eine Vierstufen-Automatik aus dem J6 an das Verteilergetriebe geleitet.

 

Toyota Land Cruiser 70 (J7), HZJ79
Heavy Duty: Ein HZJ79 Pickup

Bei der Markteinführung des Land Cruiser 70 warten zwei Dieselmotoren mit 3,4 und 4,0 Litern sowie ein 4-Liter großer Benziner auf ihren Einsatz. Schon ein Jahr später steht auch ein Turbodiesel mit Direkteinspritzung bereit. 1990 schließlich werkelt eine neue Generation von Selbstzündern unter der Haube. Der laufruhige Sechszylinder mit 4,2 Litern Hubraum verrichtet seinen Dienst in der jüngsten Ausbaustufe bis heute. Dem australischen Markt vorbehalten bleibt eine gezähmte Version des 4,5 Liter V8-Turbodiesels aus dem aktuellen Station Wagon J20. Darüber hinaus gibt es nach den auch im J8 eingesetzten 4,5-Liter DOHC Reihensechszylinder. Seit 2007 setzt Toyota auch den 4,0 Liter großen V6-Benziner aus dem J12 im Land Cruiser 70 ein. In Europa ist die Heavy Duty Ausgabe des Land Cruiser 70 nur wenig bekannt.

 

Toyota Land Cruiser 70 (J7), HZJ78
HZJ78, vielleicht das bekannteste "Buschtaxi"

Der "Light Duty" kommt hingegen primär in Europa zum Einsatz. Auch er ist ein waschechter Geländegänger, kommt aber auf Landstraße und Autobahn besser zurecht. Rein optisch unterscheiden sich Heavy und Light anfangs nur wenig: Die Motorhaube des Bundera ist etwas anders geschnitten, die Blinker sind in die Frontmaske integriert und die Kotflügel sichtbar schmaler. Der Innenraum präsentiert sich nahezu identisch. 1990 erhält der Light Duty eine modernisierte Front mit abgerundeter Motorhaube, eckigen Scheinwerfern und angeschnittenen Blinkern, die um die Flanken herumgeführt sind. Zudem ist der Prado, wie er jetzt heißt, als bestens ausgestatteter Fünftürer erhältlich.

Leiterrahmen, Starrachsen, Getriebe und Antriebsstrang sind bei beiden Modellen gleich, der Land Cruiser II verfügt aber über langhubige Schraubenfedern, die für spürbar mehr Fahrkomfort sorgen. Die Zuschaltung des Frontantriebs erfolgt elektropneumatisch per Tastendruck, die Geländeuntersetzung wird via Hebel eingelegt.

Das Motorenangebot für den Land Cruiser II ist bei Markteinführung recht übersichtlich: Der Kunde hat die Wahl zwischen einem 2,4 Liter Vierzylinder-Diesel mit 72 PS und einem 2,4 Liter Benziner mit 105 PS. Über drei Ausbaustufen bringt es der Selbstzünder schließlich auf 97 PS und 230 Nm, die elektronisch gesteuerte Variante des Ottomotors letztlich auf 114 PS und 192 Nm. 1993 folgt noch ein Dreiliter-Turbodiesel mit 125 bzw. 130 PS und 295 Nm.

Heute liegen die Zahlen bei über 2 Millionen verkauften Fahrzeugen der J7-Baureihe.


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Fotos: Toyota Deutschland





 
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