Schlammschlacht
Der Kumho KL71 im Test
Die erste Testfahrt mit dem groben MT-Reifen führte uns in feinstes Schlammgelände. Dass wir dabei auch einmal geborgen werden mussten, lag eher nicht an den Reifen.
15.07.2012
Das Gelände von Off-Road Oberwart - das garantiert auch bei heißen Sommertemperaturen cremigsten Schlamm, tiefe Wasserlöcher und rutschige Steilfahrten. Ideale Bedingungen, um den frisch an unserem Redaktions-Hilux montierten Kumho KL71 MT Roadventure einem ersten Test zu unterziehen. Der grobe Reifen soll uns im September bei der Begleitung der "ONE-Trophy" sicher durch die rumänischen Wälder führen.

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Onroad
Schon die Anfahrt brachte die erste Überraschung: Der KL71 beweist auf Teer und Asphalt sehr gute Manieren. Das Abrollgeräusch ist naturgemäß etwa lauter und sonorer als bei einem konventionellen Reifen, ist aber in keiner Wiese störend. Kein Wunder: der Reifen trägt das "Soundsymbol" - er erfüllt die strengen Bedingungen der Europäischen Union betreffend der Geräuschentwicklung. Haftung und Traktion auf trockener Straße sind ebenfalls sehr gut, selbst bei flott durchfahrenen Kurven zeigt der Kumho Gelassenheit und quietscht erst spät.

Bei nassen Straßen sollte man etwas vorsichtiger unterwegs sein. Das fehlende Gewicht an der Hinterachse unseres Toyota Hilux zeigte die Traktionsschwäche des MT deutlich. Aus dem Stand kräftiger in eine Kurve zu beschleunigen, sollte man tunlichst vermeiden - außer man ist ein Freund des gepflegten Drifts.

Ein vernünftige Fahrweise mit sensiblem Gasfuß dankt der Kumho aber mit einer soliden Leistung selbst auf rutschigem Asphalt.
Offroad
"MT" steht bekanntlich für "Mud Terrain" - und im Schlamm ist der Reifen wirklich zu Hause. Das mächtige Profil verbeißt sich in den Untergrund, die weit auseinander stehenden Profilblöcke sorgen für mächtigen Grip und gute Selbstreinigung.

Das Profil reicht bis in die Flanken und erhöht so die Traktion zusätzlich. Für extreme Passagen kann der Luftdruck dank der starken Seitenwand und der kräftigen Karkasse stark abgesenkt werden, durch die so erreichte größere Aufstandsfläche erhöht man die Chance aufs Durchkommen noch einmal.

Dass wir im Oberwarter Gelände dann trotzdem fremde "Abschlepphilfe" benötigten, kann man nicht den Reifen anlasten. Das Wasserloch "rechts hinten" wird selbst von den meisten Trophy-Fahrern in ihren Kampfgeräten gemieden. Wenn man sich die Bilder anschaut, wei0 man auch, warum. Wir sind jedenfalls eine umfangreiche Erfahrung reicher.
Nichts geht mehr: Hier konnte auch der Kumho kl71 nichts mehr retten.
Als kleinen Nachteil sehen wir es, dass das Profil des Kumho KL71 laufrichtungsgebunden ist. Bei längeren Touren wäre es eigentlich angezeigt, zwei Reserveräder mitzunehmen - für jede Wagenseite einen. Bei einer Panne ist es sicher kein Problem, für kurze Zeit einen "verkehrt montierten" Reifen zu verwenden, längere Onroadfahrten müssten aus Sicherheitsgründen aber vermieden werden - außerdem sind sie verboten.

Unser erstes Fazit: Trotz kleiner Abstriche auf nasser Straße ist der "Kumho KL71 MT Roadventure", wie er mit ganzem Namen heißt, der richtige Reifen für uns. Wir haben Vertrauen gefasst und sind sicher, dass er sich auf den harten Offroadpassagen während der Trophy in Rumänien bewähren wird. Wir werden berichten.

P.S.: Den Kumho KL71 gibt es in den verschiedensten Größen von 15 bis 24 Zoll.

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Fotos: gelaendewagen.at






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