Häuptling dicker Brocken
Jeep Grand Cherokee – schon gefahren
Jeep hat seinem Topmodell Grand Cherokee ein umfangreiches Facelift gegönnt und zu diesem Anlass ins Fahrtechnikzentrum Teesdorf geladen. Dort musste er dicke Brocken zeigen, was in ihm steckt. Wir waren mittendrin statt nur dabei.
09.07.2013

Sonnig, angenehm warm und ein klassischer Willys-Jeep am Haupteingang zur Begrüßung. Da verwundert der beachtliche Ansturm an Interessenten zur Präsentation des neuen Grand Cherokee nicht. Neben dem frisch renovierten Häuptling konnten die geladenen Gäste die Modellpalette von Lancia und die Jeep-Modelle Wrangler und Compass ausführlich beäugen und gleich testfahren.

Der neue Jeep Grand Cherokee im Test: Zum Vergrößern klicken!

Natürlich nicht nur auf Asphalt. Der durchaus ganz lustig, sprich kurvig, gesteckte Straßenparcours war bloß ein Vorgeschmack auf die Geländesektion, in der die drei Jeep-Modelle zeigen durften, was sie drauf haben. Zwei Steilhänge und eine ordentliche Schrägfahrt sorgten bei vielen Probefahrern für große Augen und schweißnasse Hände. Nur die Jeeps blieben unbeeindruckt. Abkühlung fand so mancher Heißsporn dann auf der Schleuderplatte, wo es darum ging, das plötzlich ausbrechende Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bringen und die Wasserhindernisse zu umfahren. Was nicht immer gelang.

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Und wie hat sich der neuen Grand Cherokee im Blitztest geschlagen?

Das sehr umfangreiche Facelift zum Modelljahr 2014 hat ihm optisch gut getan, vor allem die Front und der Innenraum wirken jetzt deutlich frischer, edler und hochwertiger als bisher. Lediglich am Heck hätte man sich die Überarbeitung sparen können, die Rückleuchten wirken jetzt verwechselbarer als beim alten Modell. Trotz LED-Technik.

Der von uns getestete Grand Cherokee 3.0L V6 Multijet-Diesel mit 250 PS Leistung in der Topversion Summit verwöhnt mit Vollausstattung und einer Performance, die einfach Spaß macht. Kraftvoller Durchzug dank 570 Nm Drehmoment, Drehfreude wie ein Benziner und das Beste: Bei Vollgas verstummt der Diesel-typische Gebrummel und wird abgelöst von einem Gebrüll, dass sich Köpfe drehen und Nackenhaare kräuseln. Lässig! Dazu passt auch die höhenverstellbare Luftfederung namens Quadra-Lift, die nur in engen Kurven das hohe Fahrzeuggewicht von knappen 2,5 Tonnen nicht verschleiern kann.

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Die grundlegendste Innovation am Grand Cherokee 2014 ist aber die mit ZF entwickelte Acht-Gang-Automatik. Jeep verspricht einen um 10 Prozent geringeren Verbrauch, bessere Beschleunigung durch kürzere Schaltpausen und noch sanftere Gangwechsel als mit der bisherigen Fünfgang-Automatik. Bis auf die Sache mit dem Verbrauch konnten wir uns von all den genannten Punkten selbst überzeugen. Jederzeit liegt der richtige Gang an und Drehzahlsprünge gehen vom Fahrer unbemerkt über die Bühne. Auch im Gelände, in Verbindung mit der Fahrhilfe Selec-Terrain, übernimmt der Grand Cherokee den Großteil der Arbeit und ermöglicht es selbst Offroad-Anfängern, schwierige Pisten souverän zu meistern.

Der Jeep Grand Cherokee hat vom großen Facelift zum Modelljahr 2014 sehr profitiert. Edler, schneller, souveräner und wohl auch sparsamer ist er geworden. Damit ist sein Platz als Häuptling der Jeep-Familie bis auf weiteres gesichert.

gelaendewagen.at Test Nr. 153
Fotos und Text: gelaendewagen.at