Erste Ausfahrt, gleich mit Highspeed
Der neue Range Rover Sport
Land Rover feierte Geburtstag - wir haben gratuliert und durften dabei gleich den neuen Sport testen.
06.05.2013

Gaydon, 2. Mai 2013: Vor 2 Tagen hat Land Rover seinen 65. Geburtstag zelebriert, wir: live dabei. Als Draufgabe der besonderen Art wartet die Präsentation des neuen Range Rover Sport auf uns. Was als "statische Präsentation" angekündigt war - schließlich existieren zur Zeit erst Prototypen des Autos - entpuppt sich schnell als "Field Test".

Wir dürfen erste Runden auf der Teststrecke im Gaydoner Werk drehen. Vier Monate vor der Markteinführung bei uns und als erste Österreicher überhaupt. Nur vier Journalisten aus der Heimat sind da.

Der neue Range Rover Sport im Test: Zum Vergrößern klicken!

Unterwegs im Supercharged
Ganz fein: Ich fasse noch dazu einen "Supercharged" aus - das Modell mit dem herrlich-starken V8-Benziner. 510 PS, 625 Newtonmeter. Flacher, geduckter, sportlicher, dynamischer wirkt der Neue gegenüber seinem Vorgänger. Mit einem geringfügig längeren Radstand, der mehr Innenraum bietet und sogar den Einbau einer dritten Sitzreihe erlaubt.

Doch die interessiert mich gerade weniger. Denn Dave, der Instruktor auf dem Beifahrersitz, mahnt zur Konzentration. Schließlich brettern auf dem Gaydoner Oval auch Testfahrer in ihren Aston Martins und Jaguars. Die fahren am Drehzahl-Anschlag und interessieren sich nicht für Range Rover Touristen, die Sitzplätze zählen. Es gilt, im Vollgasverkehr mitzuschwimmen. Put the pedal to the metal, also.

Der Sound des V8 ist fantastisch, steht jenem der Astons und Fs um nichts nach (kein Wunder, sei angemerkt, schließlich werkt im Jaguar F der gleiche V8). Dosierter Antritt auf der Beschleunigungsspur, dann raus auf die dritte Spur und: Vollgas. Der Wagen liegt unglaublich ruhig, während er mit Vehemenz abgeht. Knapp 120 - Meilen, wohlgemerkt - sind wir vor der ersten Kurve schnell. In gefühlten Nullkommanix. Anbremsen, die mächtigen Scheibenbremsen machen ihren Job gut.

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Gleichmäßig durch die Kurve zu rollen, lautet des Instruktors Order. Doch die Verlockung ist zu groß, mitten in der langen Linken ein bisschen mit Lastwechseln zu spielen. Torque Vectoring, die "Active Roll Control" und speziell des e-Diff gleichen die provozierten Fahrfehler problemlos aus. Letzteres gibt dem kurvenäußeren Rad den Befehl, sich ein kleinwenig schneller durch die Kurve zu machen - die Karosse richtet sich so schnell aus, dass nicht einmal die Reifen ängstlich quietschen können.

Während sich Dave noch über den undisziplinierten Ösi ärgert, hat der den Gasfuß längst wieder aktiviert. Auf der folgenden, extrem langen Geraden ist Beschleunigung bis zum Abregeln angesagt. Das funktioniert locker - ein paar wenige Sekunden darf der Sport mit 155 Meilen laufen. Zwei-hundert-fünfzig, heißt das auf Deutsch.

Da bleibt wenig Zeit, sich mit dem wunderbar gelungenen Innenraum zu beschäftigen, das schöne Cockpit, die perfekten Sportsitze bleiben unbeachtet. Selbst das nun kleinere Lenkrad, mit dem Richtungswechselkommandos noch präziser gegeben werden können, wird nur am Rande wahrgenommen.


50 Meilen, maximal, sagt der Instruktor vor der letzten Kurve.
Ein Reduzieren von 155 herunter auf 50 dauert lange, sehr lange. Der Range Rover Sport erledigt diese Challenge zwar hervorragend, trotzdem: Ich möchte ein wenig Bremsweg sparen, oder, besser gesagt: die Kurve schneller nehmen. 50 - pfff. Runde 80 Meilen verträgt die Kurve locker, denke ich - und das tut sie auch. Knapp vor den Grenzen der Physik, beginnen die Reifen ein wenig zu klagen. Die Fuhre aber bleibt, dank elektrischer Helferlein, schön gerade. Kein Wanken, kaum Seitenneigung. Ich fühle mich wie ein Profi. Da schaust, Dave, oder?

Ein paar Minuten noch auf der Rennstrecke, dann Einbiegen in die "Box". Jetzt gibt's auch Zeit, sich ein wenig mit der Optik des neuen Sport zu beschäftigen. Die Karosserie "wie aus einem Guß" besteht vollständig aus Alu. So werden - wie beim großen Range Rover - 420 Kilo gegenüber dem alten Modell gespart. Der "Body Shop" im Werk Sulihull, wo die Karossen der beiden Modelle geformt und vernietet werden, ist das mittlerweile größte Alu-Karosserie-Werk. Der Welt, wohlgemerkt. Land Rover baut bald mehr Alu-Autos als Audi. Das dokumentiert den Erfolg von Land bzw. Range Rover ganz eindrucksvoll.

Die Klientel honoriert es, welch fantastische Autos die Engländer zur Zeit bauen. Der neue Sport ist in der unglaublichen Entwicklung des Konzerns ein neuer Höhepunkt. Neben dem V8-Benziner werden auch Dieselmotoren mit sechs oder acht Zylindern, später sogar ein Vierzylinder (!) und eine Hybridversion für seinen Verkaufserfolg sorgen.

Dave übernimmt den Wagen und pilotiert mich zurück zum Headquarter. Vorher lässt er es sich nicht nehmen, auch noch eine "fast lap" auf der Strecke zu fahren. Die letzte Kurve nimmt er dann mit 100 Sachen, der Schurke.

 

Mehr Infos zum neuen Range Rover Sport bei uns!

gelaendewagen.at Test Nr. 148
Fotos: Land Rover, gelaendewagen.at
Text: gelaendewagen.at