Abenteuer und Events

Team Monterra bei der ONE-Trophy 2016

Der Bericht des Teams - TEIL 2

Das Team Monterra ist mit drei Pinzgauern bei der diesjährigen ONE-Trophy in den ukrainischen Karpaten an den Start gegangen - und hat uns diesen Bericht mitgebracht.
14.12.2016
ZU TEIL 1 DES BERICHTS

Mittwoch 21.09.2017

Bei der Fahrerbesprechung um 09:00 Uhr teilte uns Markus mit, dass zur Sonderprüfung ursprünglich der Bau eines Floßes geplant war. Aufgrund der geringen Wassertiefe wäre ein Befahren des Flusses mit den Flossen nicht möglich gewesen. Daher entschlossen sich die Veranstalter, Markus und Bernhard einen Trial-Parcours mit 8 Toren auszustecken. Der Parcours musste mit zwei Fahrzeugen pro Team befahren werden, wobei das zweite Fahrzeug vom ersten gezogen werden musste.

Diese Sonderprüfung war unserem Team wie auf den Leib geschneidert, denn wir hatten Christian Karlberger im Team, welcher mehrfacher Staatsmeister im Geländewagen Trialfahren war. Christian fuhr mit seinem Dreiachs-Pinzgauer 712M als Zugfahrzeug und Herbert wurde mit seinem Zweiachs-Pinzgauer 710M von ihm gezogen. Am Zugfahrzeug hatten wir auf allen sechs Rädern Ketten montiert.

Durch das Endergebnis der Zweitagesetappe wurde die Startreihenfolge bestimmt. Wir starteten als vorletztes Team, wodurch wir die Möglichkeit hatten uns einige fantasiereiche Schleppvarianten der anderen Teams anzusehen. Es waren die 8 Tore in maximal 20 Minuten zu passieren, wobei die Strecke nach einer steilen Abfahrt durch den Fluss führte und in weiterer Folge auch noch 3 unterschiedliche Hügel zu bewältigen waren. Die Teams arbeiteten teilweise mit Seilwinden, Endlosschlingen und Abschleppseilen mit verschiedenen Längen.



Wir hatten uns schnell entschieden keine dieser fantasiereichen Varianten zu anzuwenden, sondern lediglich einen ca. 2,5m Abschleppgurt. Diese Entscheidung stellte sich nachträglich als vollkommen richtig heraus. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das Wasser, über die Ebene und die drei Hügel passierte beim letzten Tor leider das Missgeschick, dass durch das rechte Vorderrad vom geschleppten Pinzgauer, eine von Rudi untergelegte Spurtafel sich verdrehte und gegen die Torstange gedrückt wurde, wodurch die Beilagscheibe herunterfiel.



Im Ziel waren alle Anwesenden von der 2:57 Minuten dauernden Höllenfahrt von Christian und Herbert begeistert. Durch die heruntergefallene Beilagscheibe kamen 5 Strafminuten dazu, was uns schlussendlich den 3. Startplatz für den kommenden Roadbook-Bewerb der nächsten zwei Tage einbrachte. Den restlichen Tag bis zum Grillabend, veranstaltet durch das ORGA-Team, verbrachten wir mit den Vorbereitungen zur letzten Zweitagesetappe wie Campabbau, Ausrüstung und Beladung der Fahrzeuge.

Der Grillabend stand unter dem Motto Fleisch und Fisch, welchen wir noch mit einigen Becher Bier ergänzten.


Donnerstag 22.09.2016

Nach dem Teamfrühstück und Abbau unserer Zelte starteten wir als 3. Team um 10:10 Uhr in die Zweitages-Roadbook-Etappe. Erstmals war es uns seit Bestehen der ONE-Trophy gelungen das Teamsaurer 1 hinter uns zu platzieren. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bei einer etwas zu lange dauernden Wegentscheidung durch unsere Navigatoren, Erich, Ernst und Sepp wurde wir vom Teamsaurer 1 überholt.

Vor einem Steilstück entschieden wir uns Ketten aufzulegen, da sich bereits ein anderes Team den Hang hinauf winchen musste. Trotz der Ketten mussten auch wir mit allen drei Fahrzeuge ein kurzes Stück winchen. Auf diesem Steilstück wurden wir vom Teamsaurer 2 überholt, welches auf Grund ihrer stärker motorisierten Pinzgauer dieses Stück problemlos mit hoher Geschwindigkeit ohne winchen bewältigen konnte. Nach Bewältigung des Steilstückes stellte Herbert einen Patschen am linken hinteren Reifen fest. Während sich die beiden anderen Pinzgauer unseres Teams heraufwinchten, wurde der Reifen gewechselt und die Fahrt gemeinsam fortgesetzt werden.

Nach einiger Zeit wollte Herbert mit seinem Pinzgauer eine Vertiefung umfahren, wobei er über einen Baumstamm in die Vertiefung hineinrutsche. Dabei verfing sich der Pinzgauer und kippte dieses Mal schlagartig nach rechts um.




Auch dieses Mal gab es zum Glück keine Verletzungen und auch keine wesentlichen Beschädigungen am Pinzgauer. Allerdings konnte der Pinzgauer nur unter Verwendung der Seilwinde und Umlenkrolle von Rudis Pinzgauer wieder auf die Räder gestellt werden.

Der weitere Weg führte uns über landschaftlich schöne Streckenabschnitte. Gegen 17:00 Uhr erreichten wir einen KP welcher am Rand einer frisch geschlägerten Lichtung lag. Die letzten 100 Meter zum KP konnten nur einzeln angefahren werden, da man von diesem wieder zurückschieben musste um weiterfahren zu können.



Da auf Grund des fortgeschrittenen Tages bereits die Dämmerung einsetzte, hielten wir auf der Wegstrecke nach einem geeigneten Lagerplatz Ausschau. In einem Waldstück schlugen wir dann unser Nachtlager auf.



Bei offenem Feuer und Regen wurde von unseren Haubengrillmeistern ein ausgiebiges Abendessen zubereitet.

Vor der Nachtruhe ließen wir den vergangenen Tag revuepassieren und legten die Strategie für den letzten Bewerbstag fest.




Freitag 23.09.2016

06:00 Uhr Tagwache, kurzes Frühstück, danach erfolgte der Abbau des Nachtlagers und löschen des Lagerfeuers. Wie am Vortag besprochen setzten wir unsere Fahrt laut Roadbook fort. Wir hatten uns entschieden die Varianten B des Roadbooks zu fahren. Nach Überschreiten der Baumgrenze hatten wir nur kurze Zeit schöne Fernsicht. Beim Erreichen des angesagten Steilstückes setzte wieder teilweise starker Nebel ein. Christian konnte dieses mit dem Dreiachs-Pinzgauer ohne nennenswerte Probleme überwinden. Herbert blieb jedoch mit dem Zweiachs-Pinzgauer in der Mitte das Hanges stecken. Wir konnten nun endlich unseren extra für solche Situationen angefertigten 100m langen Spezialgurt einsetzen. Unter Verwendung beider Seilwinden und des Spezialgurtes konnte auch dieses Hindernis schnell überwunden werden. Rudi hatte mit dem Dreiachs-Pinzgauer ebenfalls keine Probleme.




Nach diesem Steilstück waren noch ein paar V-Gräben zu überwinden, um in weiterer Folge in das Tal zu gelangen. Da die reguläre Eintreffzeit im Hotel mit 14:00 Uhr festgelegt war, beschlossen wir, die Roadbookstrecke zu verlassen und auf direkten Weg Richtung Ziel zu fahren um keine zusätzlichen Strafminuten zu erhalten. Unsere Navigatoren hatten sehr genau geplant, denn wir erreichten das Hotel um 14:01 Uhr.



Wir freuten uns nach einer Woche im Wald ohne fließendes warmes Wasser auf eine wohltuende Dusche. Daraus wurde aber leider nichts, den ein Bagger hatte bei Grabarbeiten im Dorf die Wasserleitung beschädigt, wodurch nur mehr das kalte Restwasser aus dem Duschkopf kam. Einige Stunden später konnte dann das Duscherlebnis nachgeholt werden.

Im Zuge des Abendessens wurde von Markus und Bernhard die Siegerehrung mit dem vorläufigen Endergebnis durchgeführt. In der vorläufigen Wertung hatten wir den für uns enttäuschenden 10. Platz erreicht.



Tatsächlich wurde das Endergebnis aber nach zwei Tagen berichtigt. Im gültigen Endergebnis erreichten wir nun den 5. Platz von 11 gestarteten Teams. Wir sind überzeugt, dass wir ohne der Reglementänderung während der Trophy noch weiter vorne gelegen wären.


Samstag 24.09.2016

Das von Markus ab 07:00 Uhr angekündigte Frühstück war nicht möglich, da laut einheimischem Personal die Ausgabe nicht vor 08:00 Uhr erfolgt. Daher entschlossen wir uns mit leeren Magen die Heimreise anzutreten.

Einige Kilometer vor der Grenze gerieten wir in eine strenge Straßenkontrolle durch die ukrainische Polizei. Alle Fahrer mussten einen Alkotest machen. Obwohl wir überzeugt waren keinen Restalkohol zu haben, (nach zwei Flaschen Bier vor 8 Stunden unmöglich) erwischte es Rudi mit einem angeblich positiven Alkotestergebnis. Nach einer angekündigten Strafe von 800 Euro konnte er den Betrag auf 300 Euro ohne Rechnung herunterhandeln, anschließend durften wir die Fahrt Richtung Grenze fortsetzen. Der Grenzübertritt nach Ungarn verlief überraschend problemlos, wie auch die weitere Fahrt durch Ungarn.



Um 20:30 Uhr erreichten wir in Bruckneudorf das Restaurant „Ungarische Krone“, wo wir das einwöchige Abenteuer in der Ukraine mit einem gemeinsamen Abendessen abschlossen.


Fotos und Text: TEAM MONTERRA


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