SUVs + Offroader
Range Rover Evoque Convertible
Offener Offroad-Engländer
Land Rover erweitert die Baby Range-Familie um einen Stoffkappen-Bruder.
17.04.2016
Es ist für die Autohersteller schon längst nicht mehr einfach, sich im stetig steigenden Segment der Sports Utility Vehicles vom Mitbewerb abzuheben. Besonders gilt das für die Klasse der Kompakten. Land Rover ist das mit dem Range Rover Evoque, auch gerne "Baby-Rangie" genannt, jedoch gelungen. Mit starkem und wirkungsvoll charakteristischem Design. Was eindrucksvoll Erfolg gezeitigt hat, mit Absatzzahlen, die in knapp sechs Jahren die halbe Million bereits deutlich überschritten haben.

Der kompakten Range-Baureihe – Drei- und Fünftürer, Front- oder Allrad-Triebler - setzen die Engländer jetzt eins drauf. Mit der Convertible-Version. Dieses Textildach-Cabriolet basiert auf der Coupé-Variante des Evoque. Doch um die für Asphalt und Gelände nötige Steifigkeit zu erzielen, wurde die Karosserie sowie das Fahrwerk rundum modifiziert und verstärkt. Das Heck ist in vielen Details eine Neukonstruktion. Was optisch nur auffällt, wenn Dreitürer und Convertible nebeneinander stehen. Um das Faltdach faltenfrei und nahtlos im Verdeckkasten zu verstauen hat man das Heck angehoben und mit einem neuen Spoiler garniert. Im Fond wurde um einen Sitzplatz – den mittigen – reduziert.

Dafür ist Raum für zwei Einzelsitze und, unter der Mittelarmlehne, für eine (optionale) Durchreiche, um auch längere Gegenstände im an sich 251 Liter fassenden Kofferraum verstauen zu können. Zum Beispiel Skier. Ansonsten blieb im Interieur alles an jenem Platz, an dem es mit dem im Vorjahr erfolgten jüngsten Face- & Techniklift des Evoque gesetzt wurde. Inklusive neuem Infotainment-System mit 10,2-Zoll-Touchscreen.

Anders als bei Drei- und Fünftürer gibt es keine Auswahl zwischen Zwei- und Vierradantrieb. Der Evoque Convertible ist grundsätzlich allradgetrieben. Und er soll in Punkto Geländetüchtigkeit nicht weniger als seine verschweißten Brüdern können. Siehe etwa die maximale Wattiefe von einem halben Meter. Weitere Gelände-Eckdaten: mindestens 215 mm Bodenfreiheit, 19°/31° Böschungswinkel vorne/hinten, 18,9° Rampenwinkel.

Das bereits bekannte, elektronisch gesteuerte Allrad-System (Terrain Response), mittels dessen Motor, Getriebe, Mitteldifferenzial und Chassis an den jeweiligen Untergrund angepasst werden, sorgt für die Verteilung der Antriebskräfte. Es offeriert auch hier die Modi "Straße", "Gras/Schotter/Schnee", "Schlamm/Spurrillen" und "Sand". Inkludiert sind Bergan- und Bergabfahrhilfe sowie das Fahrdynamik-Assistenzprogramm Torque Vectoring by Braking. Optional zu haben ist ein Gelände-Tempomat (All Terrain Progress Control, justierbar zwischen 1,8 und 30 km/h). Weitere Optionen: Wattiefenkontrolle (Wade Sensing) und automatische Hinterachsentkoppelung (Active Driveline).

Eine Kostprobe seiner Offroad-Talente absolvierte der konvertible SUV eindrucksvoll auf einem gemischten Programm aus Schrägfahr-, Achsverschränkungs-, Steigungs- und Gefälle-Parcours sowie einem Slalomkurs-Mix aus Eisbahn und Tiefschnee. Fazit: Selbst in maximal möglicher Schieflage lassen sich Türen friktionsfrei öffnen sowie schließen, auch das Dach faltet und entfaltet sich genauso geschmeidig wie bei ebenem Untergrund-Stand. Das Öffnen und Schließen des 68-Kilo-Verdecks funktioniert übrigens bis zu einem Tempo von 48 km/h. Bis es ganz offen ist vergehen 18 Sekunden, fürs Z-förmige Fälteln und Verstauen braucht's drei Sekunden länger.

Das Motoren-Programm besteht aus Zweilier-Vierzylindern, sowohl Diesel als auch Benziner. Ersterer ist mit 150 oder 180 PS zu haben, Zweiterer hat 240 PS. Gekoppelt sind sie alle an eine Neungang-Wandlerautomatik. Am Selbstzünder macht sich die Treibstoffart weder hörbar noch olfaktorisch bemerkbar, wie auf rund 600 Test-Kilometern auf Autobahnen, Land- und Stadtstraßen sowie Offroad-Sektionen mit geöffnetem Dach erfahren. Geschlossen bietet das aufwendig gefütterte Verdeck ein Akustik-Niveau, das den Blechdach-Verwandten sehr nahe kommt.

Die Ausstattungsniveaus des offenen Offroad-Engländers heißen SE Dynamic und HSE Dynamik. Das heißt, dass Features wie Ledermöblierung und Zweizonen-Klimaautomatik grundsätzlich an Bord sind. Ebenso wie Wankneigungskontrolle und Anhängerstabilisierung. Aufgewertet kann mit jeder Menge Optionen, von LED-Licht über Navigation bis zu Surround-Kamera. Die Auslieferung des Textilfaltdach-Evoque startet im kommenden Juni. Die Preise beginnen bei 56.100 Euro.

Fotos: Land Rover
Text: gelaendewagen.at / Beatrix Keckeis-Hiller


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